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Bitcoin in Irish Times

Ein lesenswerter Bericht über Bitcoin wurde bereits im November letzten Jahres im Wirtschaftsteil der Online-Ausgabe der Zeitung Irish Times (irishtimes.com) veröffentlicht.

Imagine your computer as a wallet full of Bitcoins

Er endet damit:

Whatever Bitcoin’s future, I suspect we’re going to find out from it much about technology adoption, international regulation, and our own ability to adopt or control disruptive new ideas.

Wie die Zukunft von Bitcoin auch aussehen mag, wir werden dabei vermutlich viel herausfinden über die Einführung von Technologien, über internationale Bestimmungen und unsere eigene Fähigkeit, umwälzend neue Ideen aufzugreifen oder sie einzuschränken. [meine Übersetzung]

EFF: Ein Schritt zu zensur-resistenter Währung

Logo der EFF StiftungDas EFF, die Electronic Frontier Foundation, eine amerikanische Nicht-Regierungsorganisation, die sich für Bürgerrechte und Netzfreiheit im Internet einsetzt, hatte als eine erste weithin bekannte Organisation Bitcoins für Spendenzahlungen angenommen.

Deren Artikel
Bitcoin – a Step Toward Censorship-Resistant Digital Currency
vom Do. 20. Januar ist sehr interessant, weil hier zum ersten Mal öffentlich auf die Anonymität und die weiteren Vorteile von Bitcoin im Vergleich zu bisherigen Geld- und Bezahlsystem hingewiesen wird.

Bitcoin sei ein Schritt hin zu einer zensur-resistenten Währung. Im Text wird darauf eingegangen, daß in derzeitigen Geld- und Bezahlsystemen die Daten zunehmend zweckentfremdet werden können: Aufhebung des Bankgeheimnis, zunehmende Überwachung von Daten- und Geldflüssen, Datendiebstahl, bis hin zur Erzeugung von politischem Druck wie etwa die Verweigerung von Paypal, Kreditkartenunternehmen und Bank of America im Fall Wikileaks Anfang Dezember 2010.

Link:

Steuerbare Anonymität & Spenden

Transaktionen sind wie alle Nachrichten im Bitcoin-System öffentlich einsehbar und unverschlüsselt. Die Anonymität wird durch die Adressen gewährleistet, die nicht mit Personen oder Computern in Verbindung gebracht werden können.

Im Normalfall sollte für jede eingehende Zahlung eine neue Adresse erzeugt werden (einfach auf entsprechenden Knopf klicken). Auf diese Weise ist maximale Anonymität gewährleistet. Wer Adressen immer nur einmal verwendet, kann sicher sein, daß nur die jeweils andere Seite bei dieser Transaktion weiß, um was es geht. Alle anderen sehen die Transaktion zwar und können diese bestätigen, es ist aber nicht möglich die Adressen zu Personen zuzuordnen.

Für gelegentliche Zahlungen ist das Erzeugen neuer Adressen kein Problem. Für Online-Händler empfiehlt es sich dagegen, für diesen Zweck ein automatisches Skript auf die Seite einzubauen oder auf Anbieter wie MyBitcoin.com zurückzugreifen.

Grad der Anonymität

Zu jeder bekannten Bitcoin-Adresse können alle Transaktionen nachverfolgt werden. Der Grad der Anonymität ist von jedem steuerbar durch die Erzeugung von neuen bzw. die Wiederverwendung von bestehenden Adressen.

Ein Beispiel für die Steuerung des Grades von Anonymität sind Spenden:

Die Stiftung EFF, Electronic Frontier Foundation, eine amerikanische Nicht-Regierungsorganisation, die sich für Bürgerrechte und Netzfreiheit im Internet einsetzt, hatte als eine erste weithin bekannte Organisation Bitcoins für Spendenzahlungen angenommen.

Auf deren Spendenseite findet sich unter anderen Spendenmöglichkeiten die Bitcoin-Adresse 1MCwBbhNGp5hRm5rC1Aims2YFRe2SXPYKt.

Möchte man etwa für solche Spendenaufrufe die Information zugänglich machen, wieviel bereits auf eine Adresse eingezahlt wurde, kann die betreffende Adresse einfach auf diese Weise öffentlich bekannt gemacht werden.

Wie kommt man jetzt an diese Informationen, wieviel dort schon eingezahlt wurde?

Jedes Bitcoin-Programm hat im Prinzip Zugriff auf diese Informationen über alle Transaktionen. Allerdings gibt es derzeit (noch) keine Benutzeroberfläche, um das sichtbar zu machen. Im Internet sind dagegen mehrere Oberflächen verfügbar.

Auf Blockexplorer.com läßt sich eine Bitcoin-Adresse eingeben und man erhält eine Liste aller Transaktionen, in welche diese Adresse bisher involviert war. So läßt sich etwa sofort herausfinden, daß zum Zeitpunkt dieses Artikels 2830,62 BTC an Spenden an die EFF gegangen sind. -> http://blockexplorer.com/address/1MCwBbhNGp5hRm5rC1Aims2YFRe2SXPYKt

Danke!

Übrigens habe ich hier auf der Seite auch schon zwei Spenden erhalten; insgesamt 15,- BTC. Das hat mich sehr gefreut. Zum einen, daß die Seite anscheinend Anklang findet und zum anderen, weil das das erste Geld ist, das ich direkt im Internet bekommen habe.

Vielen Dank an die anonymen Spender!

Bitcoin-Einführung: Wie geht das?

1. Installieren

DownloadBitcoin-Software herunterladen:
WindowsLinuxMac OS X

Die Installation funktioniert unter Windows sehr einfach, wie üblich mit einem Installationsprogramm.
Auf Linux einfach entpacken (Kommando: tar -xvzf bitcoin-0.3.19-linux.tar.gz), es braucht nicht weiter installiert werden, denn alles bleibt im selben Verzeichnis. Entweder ein Bitcoin-Verzeichnis im eigenen Benutzerverzeichnis anlegen (etwa ~/bin/bitcoin) oder systemweit am besten im „/opt“-Bereich unterbringen.
Für eine Mac-Installation habe ich noch keine Möglichkeit gehabt, sollte aber entsprechend einfach sein.

2. Erstes Starten

Beim erstmaligen Starten versucht das Programm über mehrere Methoden mit anderen bereits laufenden Programmen eine Verbindung herzustellen. Ist das gelungen, startet eine längere Phase intensiven Herunterladens der bisherigen Block-Kette und ihrer (vereinfachten) Transaktionen. Je nach Internetverbindung kann das bis zu 30-45, sogar 60 Minuten dauern. Diese Block-Kette enthält die Liste aller Transaktionen und ist eine auf alle Teilnehmer verteilte Datenbank. An Sie adressierte Überweisungen sind frühestens sichtbar, wenn der entsprechende Block heruntergeladen wurde. Dieser Verwaltungsaufwand der verteilten Block-Kette ist notwendig für die Sicherheit im Peer-to-Peer-System. Jedes teilnehmende Programm überprüft nämlich die Korrektheit der Transaktionen und deren Signaturen. Die Blöcke bilden eine Signaturenkette, d.h. um den neuesten Block überprüfen zu können und absolute sicher gegen Veränderungen und Manipulation zu sein, müssen zuerst alle Blöcke seit Beginn des Systems einmal überprüft werden. Obwohl das beim ersten Mal recht aufwendig erscheint, ist das nur einmal notwendig. Im normalen Betrieb ist das Programm recht genügsam und verbraucht kaum Ressourcen.
Auf Windows zieht es beim Minimieren auch optisch unauffällig in den Infobereich der Taskleiste zurück.

Ein Bildschirmfoto der laufenden Software:
Benutzeroberfläche
Ein einfaches Menü, zwei Knöpfe zum „Überweisen“ und um das „Adreßbuch“ anzuzeigen.
Darunter die eigene Adresse zum schnellen Kopieren und ein Knopf, um eine neue Adresse zu erzeugen.
Das Feld für den eigenen Kontostand und darunter die Liste aller Überweisungen mit verschiedenen Ansichten.
Ganz unten in der Statusleiste werden Übersichtsinformationen angezeigt: Anzahl der Verbindungen zu anderen Bitcoin-Teilnehmern (typischerweise 8), Anzahl aller Blöcke und der eigenen Transaktionen.

3. Erste Transaktion – geschenkte Bitcoins

Unter folgender Adresse gibt es tatsächlich geschenkte Bitcoins für alle Neulinge: Free Bitcoins
Einfach die eigene Bitcoin-Adresse kopieren und dort einfügen. Ein paar Minuten später erscheinen ein paar Bitcoin-Cents in den Gutschriften.

4. Erste Überweisung

Für den Test können Sie die erhaltenen Bitcoin-Bruchteile gleich wieder an den Betreiber der Freebitcoin-Seite zurücksenden, oder auch an eine andere Adresse, z.B. eine eigene.

Auf „Überweisen“ klicken und im Überweisungsfenster die Adresse und den Betrag eintragen. Senden – Fertig. Einfacher als jedes Online-Banking.
Bitcoin Überweisung

5. Ein paar Details

Der Geldbeutel
Das ist eine spezielle Datei. Dorthin werden Ihre Bitcoin-Adressen und auch ihr Guthaben gespeichert. Die sog. wallet.dat liegt im privaten Teil ihres Benutzerverzeichnisses
Unter Windows z.B. in C:\Dokumente und Einstellungen\Benutzer\Anwendungsdaten\Bitcoin\wallet.dat
unter Linux in ~/.bitcoin/wallet.dat

Diese Datei kann auch gesichert und auf andere Rechner kopiert werden. Sie sollten dann jedoch darauf achten, Ihr Geld nicht achtlos herumliegen oder andere darauf zugreifen zu lassen.

Einstellungen
Dialog für Einstellungen

Die meisten Optionen sind selbsterklärend bis auf die beiden letzten:
Ein SOCKS4-Proxy ist im Normalbetrieb nicht notwendig. Mit dieser Option kann ein Anwendungs-Proxy eingestellt werden, über den der Datenverkehr laufen soll. Der meistgenutzte Anwendungsfall dafür ist eine Installation des Tor-Systems, das Internetverkehr über ein P2P-Netzwerk anonymisiert. Meistens wird dieser Proxy auf dem eigenen Rechner installiert, deswegen lautet die Voreinstellung: 127.0.0.1 für die Standard-Rückkoppelungs-Adresse.

Außerdem läßt sich noch eine Transaktions-Gebühr einstellen. Zuvor wurde gesagt, Bitcoin-Überweisungen seien kostenlos. Das stimmt auch. Jedoch kann es sein, daß Transaktionen mit einer Gebühr schneller verarbeitet werden, insbesondere zu Zeiten mit hohem Verkehrsaufkommen (momentan ist das Netzwerk aber noch weit von solchem Datenverkehr entfernt.) Diese Option dient vor allem für die Zeit, wenn keine Münzen mehr erzeugt werden, damit weiter ein Anreiz besteht, um Blocks mit signierten Transaktionen zu lösen. Die Voreinstellung ist 0,01 Bitcoin pro Überweisung.

6. Wie komme ich an Bitcoin?

Am besten indem Sie Ihre Waren oder Dienstleistungen gegen Bitcoins anbieten. Das stärkt die Bitcoin-Wirtschaft, die derzeit gerade im Entstehen ist. Sie können sofort teilhaben an dieser neuen Entwicklung. Sehr geeignet sind Bitcoin anfangs v.a. für Internetgeschäfte und digitale Waren, E-Books, Software, Dienstleistungen, usw. In Nordamerika gibt es auch schon eine ganze Reihe handfester Waren mit Bitcoin zu erwerben.

Wenn Sie ein Geschäft haben oder kennen, das Bitcoin akzeptiert, würde ich mich über eine Nachricht freuen. Ich werde dann einen Link und einen Hinweis hier in einer wachsenden Liste veröffentlichen.

Außer über Verkauf können Sie Bitcoin auch auch auf speziellen Märkten im Tausch gegen andere digitale und staatliche Währungen kaufen bzw. verkaufen. Der bestentwickelte Markt ist momentan Mt.Gox. Bei einem weiteren, Bitcoin-OTC (OTC steht für Over-the-Counter-Geschäfte), finden Sie unabhängige Bitcoin-Händler und vereinbaren selbst Bezahl- und Lieferkonditionen.
Im europäischen Raum sind Märkte gerade erst im Entstehen.

Erzeugen: Sie können Bitcoin auch selbst „erzeugen“, wenn Sie die Option „Münzen erzeugen“ aktivieren.
Einstellungsmenü
Das Programm versucht dann, eine rechenaufwendige Lösung für ein Problem zu finden, um als erstes einen Block von Transaktionen signieren zu dürfen. Dabei wird der Prozessor voll ausgelastet. Als Belohnung für diese harte Aufgabe winken 50 Bitcoin. Gleichzeitig ist diese Aufgabe sehr wichtig für die Sicherheit der Transaktionen und somit aller Teilnehmer. Doch um wieder nüchtern zu werden angesichts solcher Aussichten, „Geld zu erzeugen“: Mit einem durchschnittlichen PC besteht kaum eine Chance, die Belohnung zu erhalten. Professionelle „Miner“ („Bergbauarbeiter“ entsprechend der Gold-Analogie) haben bereits machtvolle Internetserver auf die Aufgabe angesetzt.

Die beste Art, Geld zu verdienen, ist auch bei Bitcoin: Wertschöpfung.

Fertig für den Einsatz!
Jetzt haben Sie schon alles, um Bitcoin zu verwenden.

Hinweis zur Privatsphäre

Die Bitcoin-Adresse ist rein zufällig und hat nichts zu tun mit Ihnen, Ihrem Computer oder Ihrer Internetadresse. Tatsächlich ist es der öffentliche Schlüssel eines Schlüsselpaars (s. Asymmetrische Verschlüsselung bei Wikipedia)
Wie schon erwähnt werden alle Transaktionen von anderen Bitcoin-Programmen gegengeprüft. Dazu werden sie im Netzwerk verteilt und veröffentlicht. Es gibt auch eine Internet-Oberfläche, um das einzusehen unter blockexplorer.com.Wenn Sie dort die Adresse aus der ersten Transaktion einfügen, können Sie diese einsehen.
Das bedeutet: Jeder, der eine Bitcoin-Adresse von Ihnen kennt, kann alle Beträge einsehen, die auf diese Adresse eingezahlt wurden. Soll das nicht möglich sein, erzeugen Sie einfach eine neue Adresse. Das Erzeugen von Adressen hat noch einen weiteren Vorteil: Jeder Adresse kann eine Notiz beigefügt werden. Damit läßt sich z.B. auf einfache Weise der Eingang erwarteter Zahlungen kontrollieren.
Für jeden ausgehenden Bezahlvorgang verwendet das Programm immer automatisch eine neue Adresse.
Zwei Anwendungsfälle: Ein öffentlicher Spendenaufruf könnte eine einzige Bitcoin-Adresse veröffentlichen und damit gleichzeitig für jeden offenlegen, wieviel dort eingezahlt wurde.Ein Händler kann dagegen jedem einzelnen Bezahlvorgang eine neue Adresse zuweisen, damit die Zahlungen von außen nicht rekonstruiert werden können. Er könnte aber auch jedem Kunden eine eigene Adresse geben. Damit könnte der Kunde und auch der Kaufmann sofort das insgesamte Handelsvolumen eines Kunden ermitteln und evtl. Rabatte vereinbaren.
Das System ist also einfach zu handhaben, sehr flexibel und so anonym, wie Sie es einsetzen.