Freies Geld

Bitcoin, Wert, Freiheit

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Das Neue: P2P und Netzwerke statt Hierarchie

In vielen unterschiedlichen Bereichen sind neue Entwicklungen zu Netzwerkstrukturen erkennbar, besonders dort, wo zentralisierte, große hierarchische Strukturen an ihre Grenzen stoßen und Krankheitssymptome erzeugen. Zu den neuen Bereichen und alternativen Entwicklungen gehören z.B. Rückbesinnung auf lokale Lebensmittelproduktion statt riesiger Transport- und Verteilungslogistik, überhaupt Stärkung von lokaler Wirtschaft, dezentrale Energieerzeugung statt zentraler Großkraftwerke (Solar, Erdwärme, Blockheizkraftwerk, usw.). Auch Entwicklungen auf ganz anderen Gebieten können im weiteren Sinne dazugezählt werden: Web2.0 mit selbsterzeugten Inhalten wie z.B. Blogs oder Videos, Internetplattformen zur Vermittlung von Peer-to-Peer-Krediten, Tauschringe, Selbsthilfegruppen, Bürgerinitiativen, Flashmobs, usw.

Beispiel: P2P und Musikindustrie

Die Auswirkungen und neuen Entwicklungen von Netzwerkstrukturen laufen nicht ohne Reibungen ab, sondern führen zwangsläufig zu Spannungen mit etablierten, hierarchischen bzw. zentralisierten Systemen. Beim Beispiel von Filesharing, also Dateiaustausch zwischen Nutzern, wurden bestehende Distributionsstrukturen unterlaufen. Film- und Musikdateien wurden illegal weitergegeben, unter Nichtbeachtung des Kopierrechts.
Doch auch alle juristischen Auseinandersetzungen konnten nichts am Erfolg von Filesharing-Programmen ändern. Einige System wurden abgeschaltet oder gewaltsam unbrauchbar gemacht, während auf der anderen Seite hierarchische Strukturen von Medienfirmen und deren Distributoren Einbußen hinnehmen mußten.

Nach diesen Verlusten auf beiden Seiten kam es zu dauerhafteren Veränderungen. Z.B. wurden neue, stabilere Filesharing-Programme entwickelt, auch im Medienvertrieb sind neue Strukturen entstanden: z.B. Internetverkauf einzelner Musikdateien, BitTorrent-Downloads zur serverentlastenden, legalen Weitergabe großer Dateien (z.B. Download von OpenOffice). Mittlerweile gibt es sogar eine neue Generation von Künstlern, die sich gezielt direkt über Internet an ihr Publikum wenden und hierarchische Verteilungsstellen (Plattenfirmen, Agenten, usw.) meiden, um nach eigenen Aussagen ihre künstlerische Freiheit und Unabhängigkeit zu bewahren.

P2P-Geld und Geldmonopol

Genauer betrachtet ist heutiges Staatsgeld das fundamentalste, zentralisierte System überhaupt. Wortwörtlich jeder ist darin involviert. Die Durchsetzung des Monopols der Gelderzeugung unterliegt dabei dem Gewaltmonopol des Staates. Während das sog. Gewaltmonopol eine wichtige Errungenschaft eines demokratischen Rechtsstaats darstellt, ist das beim Geldmonopol nicht einzusehen. Welcher wirtschaftliche oder sonstige vertretbare Grund spricht für das Geldmonopol?

Beim Nachsuchen bin ich tatsächlich auf keine einzige formulierte Begründung für das Geldmonopol gestoßen – eher Schweigen und Dunkelheit. Vielleicht kann mich auch noch jemand aufklären? Diese Einrichtung geht mindestens zurück bis zum römischen Kaiserreich und stammt zuletzt noch aus feudalistischen Zeiten, als Feudalherren das Münzprägerecht innehatten. Mehr als ein überholtes „Gewohnheitsrecht“ kann ich nicht erkennen.

Wieso kann es nicht auch anderes Geld geben? Könnte nicht jeder ein eigenes Geld herausgeben, so wie jeder auf dem Markt Waren und Dienstleistungen frei anbieten kann? Sollten nicht die Marktteilnehmer entscheiden können über die Qualität eines Geldes? Ich bin mir sicher, daß das Staatsmonopolgeld hier jeden Wettbewerb verlieren würde. Wer will schon weiter Monopoly-Papier-Spielgeld, wenn er auch Edelmetalle bzw. voll wertgedecktes Geld haben kann, oder wenn er bei Bitcoin kostenlose Überweisungen und Wertbestand durch garantierte Nichtvermehrbarkeit in einem haben kann. Was spricht also gegen einen Wettbewerb zwischen verschiedenen Formen von Geld?

Geld ist eine Erfindung

Unser heutiges Geld, ohne jeglichen inneren Wert, ist eigentlich nur eine Erfindung, ein geistiger Kunstgriff. Das funktioniert nur noch, weil die meisten daran glauben, dieses Geld sei etwas wert, weil es im Supermarkt immer noch Essen dafür gibt.
Dabei gibt es gar kein „Geld“ an sich. Geld ist nur ein Wirtschaftsgut wie jedes andere Gut auch. Das einzig Besondere an Geld ist, daß es sich besonders gut tauschen läßt. Oder andersherum: Jedes Gut, das sich gut tauschen läßt, eignet sich grundsätzlich als Geld. Das ist bekannt aus Krisenzeiten, wenn plötzlich Schnaps und Zigaretten zu Geld werden. Ob das Gut angenommen wird oder nicht und sich als Geld bewährt, entscheidet der Markt.

Was rechtfertigt die besondere Behandlung, Unmengen an Gesetzen und Regelungsmaßnahmen für ein an sich wertloses Tauschgut? Da könnte der Staat auch ein beliebiges anderes Gut derart vereinnahmen und mit Gesetzen überziehen, z.B. Parfümflakons oder Autoreifen. Was passiert, wenn Güter und Produktion totaler staatlicher Planung und Kontrolle unterliegen, sollte jedem spätestens mit der DDR klargeworden sein. Unsere Lage im Geldmonopol ist dagegen so: Statt aller Güter und Produktion wird nur noch das universale Tauschgut staatlich festgelegt und kontrolliert. Ist das ein großer Unterschied?

Das Geldmonopol steht und fällt mit dem Verständnis davon, was der „Staat“ ist. In obrigkeitsgläubigem Denken ist der Staat soetwas wie eine handelnde und verantwortliche Instanz, die v.a. mehr weiß und kann als ich als einzelner. Doch im Grundgesetz steht: „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus.“ Der Staat ist nur das Ausführungsorgan des Volkswillens. Es kommt also darauf an, was jeder einzelne will. Doch einen echten Willen kann nur haben, wer auch versteht, was sein Handeln oder Unterlassen bewirkt.

Die Antithese zum Bestehenden und ein möglichst friedlicher Wechsel

Mit Bitcoin kann jeder eine dezentrale, selbstorganisierende Währung nutzen, die unabhängig von jeglicher Einflußnahme funktioniert. Niemand kann das System betrügen, korrumpieren oder beherrschen. Dazu müßte schon das ganze Internet abgeschaltet oder derart massiv eingeschränkt werden, daß es nichts mehr mit dem heutigen Internet zu tun hat.

Ein System wie Bitcoin ist geradezu die Antithese eines Monopols, das durch und durch auf hierarchisches Denken und Funktionieren ausgelegt ist und es geradezu als Selbstverständnis internalisiert hat. Wird mit dezentralen Ansätzen diese Gegenthese ausgesprochen, muß das System wie ein Tier im Überlebenskampf reagieren, alle Kräfte einsetzend. Deswegen können Neuerungen wie Bitcoin oder andere Ansätze für Marktgeld zu großen Verwerfungen, Machtaufgeboten und Umbrüchen führen. Der Vergleich mit dem Beispiel der Musikindustrie ist dabei verschwindend harmlos.

Deswegen ist es wichtig, den Zusammenbruch und ein paar mögliche Abläufe grundlegend zu verstehen.
Das derzeitige Geldsystem ist mit seiner Schuldenbasiertheit fehlkonstruiert, so daß es schon ganz allein aus sich heraus zusammenfallen muß, allein schon aufgrund des exponentiellen Wachstums des Zinseszinseffekts der Schulden, so wie jede ungedeckte Scheinwährung in der Geschichte der Menschheit bis heute zusammengebrochen ist.
Der Niedergang des Geldsystems ist weder ein Projekt und noch weniger die „Schuld“ von alternativen Ansätzen, noch vom „Kapitalismus“ oder „gierigen Managern“. Keiner dieser aufgebauten Schuldigen braucht bekämpft zu werden. Umgekehrt braucht auch das Schuldgeldsystem nicht bekämpft werden. Das ist wichtig, sich klarzumachen, denn die zu erwartende Medienverlautbarungen werden alle Register ziehen und auf allen Seiten als Kampfansagen geäußert werden. Verwirrung ist geradezu das Allheilmittel für ein zentrales System, das dann wieder erstarken und von oben herab „Ordnung schaffen“ kann.

Es reicht zu verstehen, was besser ist. Einfach schon jetzt die Möglichkeiten ausloten, für sich selbst entscheiden und nötige Änderungen vollziehen, wo es möglich ist und den Rest vorbereiten.

Marktgeldansätze wie Bitcoin sind Entwicklungen, um Alternativen anbieten zu können, die während oder nach einem Zusammenbruch des momentanen Systems infrage kommen. Aus der Politik kennt man ja gerade Floskeln wie „alternativlos“. Von dort ist also nichts zu erwarten als ein Neustart des Scheingeldsystems. Dann aber sehr wahrscheinlich mit neuen restriktiveren Maßnahmen und weitreichender Kontrolle, etwa Bargeldabschaffung und Einführung von digitalen Bezahlkartenzwang. Propagiert würde das wahrscheinlich als Sicherheit für die Bürger und Schutz gegen neuerliche Zusammenbrüche, wohingegen die Praxis eine weitere Ausweitung von Datenerhebung, Staatskontrolle, empfindliche Einschränkung von Freiheitsrechten und weitere beliebige Geldvermehrung wäre. – In diesem Zusammenhang muß klar gesagt werden: Freier Handel (nicht staatsüberwacht und kontrollierter) und Bargeld sind sehr wichtige, freiheitliche Errungenschaften, die keinesfalls eingeschränkt oder abgeschafft werden dürfen – auch wenn noch soviele Argumente dagegen erfunden und angeführt werden.

Wenn schon digitales Geld, dann eine transparente, frei einsehbare Entwicklung. Keinesfalls ein staatliches System, von irgendwelchen „Experten“ entwickelt. Hier bietet Bitcoin schon heute die funktionierende Möglicheit, anonymes, bargeldähnliches Bezahlen auch digital im Internet zu gewährleisten. Von keinen Partikularinteressen kontrolliert, sondern als offen einsehbares Konzept und System (Open Source). Alle wichtigen technischen Standards sind ebenso offen einsehbar und von vielen Augen geprüft. Bei einem freiheitlichen Geldsystem und jedem Marktgeld ist eine solche Transparenz Voraussetzung dafür, daß es von „Kunden“ überhaupt akzeptiert wird. Niemand wird zukünftig mehr die Katze im Sack kaufen, so wie beim heutigen Geldsystem gezwungenermaßen.

Solange der Fall und der entscheidende Momente bevorsteht, ist jetzt noch Zeit, das Schicksal in die eigene Hand zu nehmen und das Kommende zu verstehen. Bitcoin installieren, ausprobieren und mehr verstehen kann dazu beitragen.

Idee: Handfestes Geld mit Bitcoin-Deckung

Eine gedankliche Hemmschwelle für Bitcoin ist die Notwendigkeit von Computertechnik und Internetzugang. Zumindest wenn ich mir die Bäcker, Metzger, Schuhmacher, Cafes, Straßenmusikanten, Wochenmarktstände, usw. ansehe. Dort will und kann nicht jeder mit Laptops oder Smartphones hantieren. Wie könnte also Bitcoin mehr sein als eine Zusatzwährung für Internetkäufe/kostenlose Überweisungen? Beim Joggen kam mir eine einfache Idee, wie Bitcoin innerhalb kürzester Zeit als  praktische physiche Währung  funktionieren kann. Gerade auch als stabile Lokalwährung beim Bäcker um die Ecke. Ein mögliches Konzept während wir auf einen Zusammenbruch des Euro zusteuern?

Zusammenfassung:

  • Bitcoin-Geldschein mit gut lesbar aufgedrucktem Wert
  • Rubbel-Feld (Siegel) mit Einlöse-Code
  • Eine Prüfnummer und die gleiche Nummer in verschlüsselter Form (nur der Herausgeber kann diese Zahl richtig entschlüsseln, also die Frage nach Echtheit des Gelscheins richtig beantworten)
  • Überprüfen und Einlösen von Geldscheinen ist auf der Internetseite des Herausgebers möglich und ist einfach zu automatisieren.

Erklärung:

Ein Herausgeber von physischem Bitcoin-Geld könnte folgendermaßen vorgehen: Er druckt Bitcoin-Zertifikate, die ich jetzt weiter Bitcoin-Geldscheine nennen werde, weil das einfacher und vertrauter klingt. Gut sichtbar auf diesen Geldscheinen ist ein Wert aufgedruckt, wie auf jeder heutigen Banknote auch.
Jetzt der Clou: In einer voll-gedeckten Währung kann jederzeit eine Banknote gegen den entsprechenden hinterlegten Deckungswert eingetauscht werden, z.B. Gold oder Silber. Also genau das, was heute bei unseren Fiat-Money/Falschgeld-/Spielgeld- Papierwährungen wie Euro, Dollar, Pfund, Yen, etc. nicht mehr möglich ist.
Bitcoin-Geldscheine sind immer voll wertgedeckt. Sie zurückzugeben und umzutauschen ist sogar noch viel einfacher als bei früheren gedeckten Banknoten: Keine Bank muß aufgesucht werden, es genügt stattdessen ein Internetzugang.

Auf jedem Bitcoin-Geldschein befindet sich ein Rubbelfeld (oder eine ähnlich Form eines Einmal-Siegels, vgl. z.B. die Briefe mit denen EC-Karten-Pins versendet werden). Wer also an die Bitcoins hinter einem Geldschein kommen möchte, sprich das Zertifikat eintauschen will, rubbelt dieses Feld frei und findet dort einen Einlöse-Code. Diesen Code gibt er auf der Internetseite des Herstellers ein, zusammen mit der Bitcoin-Adresse an die der Wert transferiert werden soll (meistens wird das eine eigene Adresse sein). Fertig. Schon ist der Reservewert hinter der Geldwährung zurückgeholt. Die Rubbelkarte ist jetzt natürlich wertlos und kann weggeworfen werden.

Man kennt das schon, das erinnert an Prepaidkarten von Mobiltelefonieanbietern – Bitcoin-Geldscheine sind also eigentlich Prepaid-Bitcoin-Karten.

Mit der Zeit und mehr Vertrauen zu einem Herausgeber wird es vielleicht etwas lästig, als Händler jeden Abend nach Kassensturz vor dem PC sofort alle erhaltenen Banknoten einzulösen und an eine Bitcoin-Adresse zu transferieren. Es stellt sich bald als praktischer heraus, die Bitcoin-Geldscheine selbst wiederzuverwenden, um z.B. das Mehl einzukaufenoder die Salami vom Metzger nebenan, mit der der unser Bäcker belegte Semmeln herstellt.

QR-Code mit der Adresse von Wikipedia

Bsp. für einen QR-Code (aus Wikimedia Commons)

Fälschungssicherheit

Der Einwand: Jeder könnte ja recht einfach selbst Karten herstellen, die denen des Bitcoin-Zertifikat-Herstellers zum Verwechseln ähnlich sehen. – Stimmt.

Also noch ein simpler Fälschungsschutz:

Eine Kontrollnummer/Seriennummer aufdrucken und zusätzlich eine verschlüsselte Form davon. Zur Überprüfung wird dem Herausgeber (auf der Internetseite) die „Frage“ gestellt, welche Kontrollnummer zum verschlüsselten Text gehört. Stimmt die dekodierte Zahl mit der aufgedruckten überein, kann der Empfänger des Geldscheins/Bitcoin-Zertifikats sicher sein, daß es von diesem Herausgeber stammt und nicht von einem Fälscher. Denn ein „Fälscher“ kann die Vergleichsnummer nicht korrekt verschlüssel weil er die Verschlüsselungsmethode nicht kennt. Er kann damit keine eigenen Bitcoin-Geldscheine herstellen, die dem Echtheits-Test standhalten.

Das Validieren läßt sich zusätzlich sehr einfach automatisieren mit einem aufgedrucktem QR-Code (können bereits jetzt sehr viele Mobiltelefone lesen und entschlüsseln). Darin ist die verschlüsselte Kontrollnummer enthalten. Auf der Internetseite des Herausgebers lassen sich diese Codes in eine lesbare Zahl dekodieren. Die lesbare Zahl ist aufgedruckt und kann sofort überprüft werden – ohne aufwendiges Tippen von Codes.

Zur vollständig automatischen Validierung kann auch die Kontrollnummer schon in den QR-Code einbeschrieben sein. Es läßt sich recht einfach ein Scanner herstellen, der mit dem Internet verbunden ist und innerhalb von Sekundenbruchteilen die Gültigkeit eines Gelscheins prüfen und mit einem grünen oder roten Licht zurückmelden kann. Das funktioniert besser, einfacher und sicherer als der UV-Licht-Test für Euros.

Bei einer Echtheitsprüfung wird natürlich auch mitüberprüft, daß der Geldschein nicht schon vorher gegen Bitcoins eingetauscht wurde. Damit ist ausgeschaltet daß benutzte Rubbelfelder wieder hergestellt werden (sollte das für einen Fälscher irgendwie möglich sein). Mit diesem einfachen Kontrollverfahren kann ein Fälscher also höchstens bereits vorhandene, noch nicht eingelöste Geldscheine kopieren. Das ist einerseits aufwendig und hat außerdem nur wenig Aussicht auf Erfolg, wenn der Angreifer sich nicht im Besitz der kopierten Geldscheine befindet, insbesondere weil jederzeit der ursprüngliche Geldschein eingelöst werden kann. Sobald das geschehen ist, schlagen alle weiteren Echtheitsprüfungen für die Kontrollnummer des Geldscheins fehl. Was ist aber dann noch der Anreiz für den Fälscher? Er könnte höchstens dort kleine Summen erschummeln, wo Geldscheine beim Bezahlen nicht sofort automatisch validiert werden.

Nochmal kurz zur Sicherheit und praktischen Verwendbarkeit von Bitcoin-Geldscheinen: Überprüfen und Einlösen sind beides Aktionen, die nicht unbedingt sofort beim Bezahlvorgang geschehen müssen (am Point of Sale/POS, wie das im Wirtschafts-Neudeutsch heißt). Stattdessen kann das z.B. für unseren Wochenmarktverkäufer auch auf die abendlichen Abrechnung verschoben werden, wenn dafür nötige Ruhe und Internetzugang vorhanden sind.

Marktgeld

Eine weitere Eigenschaft von diesem Marktgeld: Es können beliebig Zertifikat-Herausgeber auftreten. Der mit den günstigsten Umtausch-Konditionen (wahrscheinlich kostenlos, durch Werbung auf der Rückseite finanziert) und der höchsten Glaubwürdigkeit und Ehrlichkeit wird die Nase vorn haben. Niemand ist mehr an eine Zentralbank und deren Machenschaften gebunden.

Auch beim Sicherheitskonzept wurde das schon klar: Etwas wie komplizierte Wasserzeichen, etc. also Sicherheit durch Überlegenheit an Technologie/geheimgehaltenen Wissens/Geld/Macht oder sonstigen Ungleichgewichten ist ein überholter Anachronismus! Bitcoin regt dazu an, Geld und seine Funktionen und Eigenschaften ganz neu zu überdenken und dabei zurückzukommen zu einem ursprünglichen, unverfälschten Verständnis von Geld. Ich finde es ungemein spannend, selbst dahinterzukommen, was persönliche Freiheit mit einem freien, sicheren Geld zu tun hat und welche ganz neuen Möglichkeiten das bietet.